Alterung


Alterung
Ạl|te|rung 〈f. 20; unz.〉
1. das Altern
2. 〈Tech.〉 Veränderung des Gefüges od. der Zusammensetzung durch Abnutzung

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Ạl|te|rung: zeitabhängige, meist mit Qualitätsminderung verbundene, ggf. durch Alterungsschutzmittel beeinflussbare Änderung der Stoffeigenschaften von Werkstoffen, Gummi, Kunststoffen, Arznei- u. Nahrungsmitteln; vgl. Altern. Erwünschte A.-Prozesse nennt man bevorzugt Reifung, z. B. bei Käse u. alkoholischen Getränken.

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Ạl|te|rung, die; -, -en:
1. <o. Pl.> (von Lebewesen, hauptsächlich vom Menschen) Vorgang des Altwerdens, das Altern (1 a):
die A. der Bevölkerung.
2.
a) (von Gebäuden, Materialien, Geräten, Flüssigkeiten) das Altern (2 a):
eine vorzeitige A.;
das Material unterliegt einer natürlichen A.;
b) Veränderung des Gefüges, der Zusammensetzung od. der Eigenschaften durch natürliches od. künstliches Altern (2 b):
die künstliche A. von Wein.

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Alterung,
 
Werkstoffkunde: mit der Zeit zunehmende, irreversible Veränderungen der Struktur und Eigenschaften von Materialien durch Gebrauch oder Lagerung. Der Begriff wird v. a. bei Stählen, Kunststoffen, Elastomeren, Schmierölen und Katalysatoren gebraucht. Die Alterung von unlegierten Stählen ist auf Gefügeänderungen durch gelösten Stickstoff und auch Kohlenstoff zurückzuführen. Stahl kann bei 590 ºC bis zu 0,1 % Stickstoff aufnehmen. Da bei Raumtemperatur Stickstoff im Stahl praktisch unlöslich ist, scheidet er sich im Lauf der Zeit als Eisennitrid ab (natürliche Alterung). Durch die Abscheidungen werden Gleitvorgänge im Kristallgitter behindert, sodass eine Zunahme der Härte, der Streckgrenze und der Zugfestigkeit bei gleichzeitiger Verringerung der Zähigkeit eintritt und eine Versprödung des Stahls stattfindet. Der Vorgang kann zur Erzielung gewünschter Eigenschaften durch Erhitzen auf 200-300 ºC (künstliche Alterung), durch Aushärtung oder durch Kaltverformung (Reckalterung) beschleunigt werden. So lassen sich z. B. durch kurzes Anlassen nach dem Härten die als Maßalterung bezeichneten Maßänderungen fertig gehärteter Teile erzielen, wodurch Messwerkzeuge u. Ä. später ihre Toleranzen nicht mehr ändern. Die Alterungsanfälligkeit lässt sich durch Zusatz von Aluminium, das den Stickstoff als Aluminiumnitrid bindet, herabsetzen. Eine Maßnahme zur künstlichen Alterung v.a. von elektrischen oder elektronischen Bauelementen ist das Burn in.
 
Die Alterung von Kunststoffen wird durch Wärme und Licht, besonders durch UV-Strahlung beschleunigt. Bei hohen Temperaturen kann es zu einer Spaltung von Molekülketten (Depolymerisation) bis zu den Monomeren (z. B. Formaldehyd bei Polyoxymethylen) und damit zu einer Erweichung kommen. Auch Substituenten der Hauptkette können abgespalten werden (z. B. Chlor als Chlorwasserstoff bei PVC), was häufig zu einer Verfärbung führt. Bei niedrigen Temperaturen werden v. a. Bindungen zwischen Kohlenstoff und Wasserstoff durch Sauerstoff angegriffen (Autoxidation). Dieser Vorgang wird durch Metalle (z. B. Kupfer) katalysiert. Ähnliche Reaktionen laufen auch bei der Alterung von Mineralölen ab. Weichgummi enthält Doppelbindungen und reagiert besonders empfindlich auf Sauerstoff und Ozon, die zusätzlichen Vernetzungen schaffen und damit zur Verhärtung und Versprödung führen.
 
Der Begriff Alterung umfasst auch Schäden durch dynamische Beanspruchungen (Ermüdungsrissbildung). Zum Schutz vor Alterung werden den Polymeren Stabilisatoren oder Alterungsschutzmittel zugesetzt.

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Ạl|te|rung, die; -, -en: 1. <o. Pl.> (von Lebewesen, hauptsächlich vom Menschen) Vorgang des Altwerdens, das Altern (1 a): die A. der Bevölkerung. 2. a) (von Gebäuden, Materialien, Geräten, Flüssigkeiten) das Altern (2 a): das Material unterliegt einer natürlichen A.; Die Studenten tragen zur vorzeitigen A. der Einrichtung bei, wenn sie Flure oder Cafeterien mit Kippen, Flugblattstapeln und Plastikbechern aussehen lassen wie eine Stadiontribüne (Woche 17. 1. 97, 22); b) Veränderung des Gefüges, der Zusammensetzung od. der Eigenschaften durch natürliches od. künstliches Altern (2 b): die künstliche A. von Wein, Spirituosen.

Universal-Lexikon. 2012.

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